Österreichischer Berufsverband
für Kinesiologie

Wie wirkt Kinesiologie?

Mag. Christian Dillinger, Vorstand des Österreichischen Berufsverbandes für Kinesiologie, beantwortet Ihre Fragen:

Dillinger Christian

Zert. Kinesiologe, Cranio Sacral-Therapeut, Sportwissenschafter, Psychotherapeut

Kinesiologie wirkt grundsätzlich harmonisierend und ist nicht überdosierbar. Die Wirkungsweisen der Kinesiologie sind sehr komplex und daher schwer in ein paar Sätzen zu erklären. Aus ihrer Geschichte heraus lässt sich ersehen, dass die Kinesiologie auf den Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin – im speziellen auf der Meridianlehre – und abendländischen Bewegungs- und Ernährungslehren fußt. Dieses Wissen verband der amerikanische Arzt George Goodheart in den 1960ern zur Applied Kinesiology, aus der wiederum die Vielzahl an weiteren kinesiologischen Methoden begründet wurde.

Allen Methoden gemeinsam ist die Arbeit über den kinesiologischen Muskeltest, wo es um ganz fein abgestimmte Antworten des Körpers als Feedbacksystem – eben über die auf ihre Haltfähigkeit getesteten Muskeln – geht, die darüber Aufschluss geben, was den Menschen in seiner jetzigen Situation schwächt bzw. stärkt. Die Wahrnehmung des Klienten für sich selbst wird dadurch sehr stark verfeinert. Über diese Tests finden die KlientInnen mit Unterstützung der Kinesiologie-AnwenderInnen auch heraus, auf welcher Ebene – körperlich-strukturell, Nährstoffebene, emotionale Ebene – die nächsten Schritte gesetzt werden können, um persönliche Entwicklungen zu ermöglichen bzw. zu unterstützen. Getestet werden der momentane Energielevel und die kinesiologische Intervention für die sogenannte Balance, d.h., die individuelle Unterstützung für die Erreichung des Ziels des Klienten.

Als kinesiologische Hilfsmittel werden unter anderem eingesetzt:

  • Aktivierung von relevanten Druck- und Massagezonen und Akupressurpunkten,
  • spezielle Bewegungsübungen, die das Energieniveau ausbalancieren bzw. heben sollen, sowie die Verschaltung der Gehirnareale mit den Sinnen verbessern helfen,
  • Affirmationsmetaphern zur Aktivierung der dem Menschen innewohnenden Potenziale und vieles mehr.

Was bewirkt sie im Körper?

Das vorrangige Ziel in der kinesiologischen Arbeit ist der Abbau von emotionalem Stress. Erfolge lassen sich leichter erreichen, wenn der gesamte Fokus auf die Re-alisierung eines gesteckten Ziels gerichtet werden kann und nicht schon im Vorfeld ein Großteil der Energie auf den Umgang mit dem Stress verschwendet werden muss, der situationsbedingt mit der jeweiligen Aufgabe entsteht. Beispielsweise in Hinblick auf emotional belastende Ereignisse, oder durch individuell belastende Lebensmittel. Damit können wir Menschen unser gesamtes Potenzial einsetzen und unsere Sinne mit unserem Gehirn optimal verschalten. Geerdet sein in unseren Gefühlen, denken und handeln aus uns selbst heraus …

Was bewirkt sie im Körper?

Prinzipiell kann jedem Unterstützung suchenden Menschen die Kinesiologie ans Herz gelegt werden. Die Anwendung kinesiologischer Methoden eignet sich für Menschen jeglichen Alters. Die Themen, mit denen ein Mensch zur Kinesiologie kommen kann, sind sehr viel-fältig, da es sich dabei nicht um eine symptomorientierte Arbeit handelt, sondern um die Unterstützung des Menschen auf jenen Ebenen, die nicht in Balance sind. Mit kinesiologischen Hilfsmitteln gelangt man in der Interaktivität sehr schnell auf (in) den Bereich, der einen Ausgleich sucht.

Wem würden Sie von einer kinesiologischen Behandlung abraten?

Die Grenzen der Kinesiologie liegen vor allem in der Grundqualifikation der AnwenderInnen. Darin ergeben sich grundlegend ihre Indikation bzw. Kontraindikation und damit die Ausschlusskriterien für kinesiologische Arbeit. Relativierend lässt sich festhalten, dass Menschen sie beispielsweise in therapeutischen Berufen unterstützend therapeutisch und aus einer pädagogischen Sicht heraus zur Unterstützung von (lebenslangem) Lernen einsetzen. Obwohl sich Kinesiologie nicht für die Behandlung von Krankheiten eignet, kann sie deshalb zur Aktivierung und Unterstützung der Selbstheilungskräfte des Menschen für beinahe jeden – auch in schwierigeren – Lebenslagen eingesetzt werden.

Bei welchen Beschwerden kann man die Kinesiologie einsetzen?

Die medizinische bzw. psychologische Abklärung von bestehenden Beschwerden ist wichtig, aber naturgemäß nicht Sache eines Kinesiologieanwenders. Nachdem wie oben erwähnt, die Kinesiologie auch keine Therapie ist, die Symptome bearbeitet, sondern immer den Menschen in seiner Ganzheit sieht, kann beispielsweise eine Schlafstörung darin begründet sein, dass ein Schüler Lernstress oder ein engagierter Mitarbeiter eines Betriebes Stresssymptome aufgrund seiner Arbeitsüberlastung hat. In diesen Fällen werden von ärztlicher Seite wahrscheinlich auch nicht als erste Wahl Medikamente empfohlen. Vorrangig macht es da mehr Sinn, erst diesen emotionalen Stress abzubauen. Wie diese Beispiele verdeutlichen sollen und wie auch einige Studien belegen, sind viele Beschwerden stressbedingt. Was also liegt näher, als erste und damit vielleicht schon zielführende Maßnah-me den Stress mit einfachen Techniken abzubauen bzw. den Umgang mit Stress innerlich zu verändern. Die Kinesiologie kennt gerade in diesem Bereich wirksame Techniken.

Was halten Sie von dem Buch "Der große Bluff" von Dr. Theodor Much? Haben Sie es gelesen?

Wir kennen Auszüge aus dem Buch, speziell die, die die Kinesiologie betreffen. Die Anfeindungen sind uns über lange Zeit bekannt, da immer noch die schon über Jahrzehnte breit getretenen Argumente und Untersuchungen hergenommen werden. Neues und Aktuelles ist nicht dazu gekommen. Wir vom Österreichischen Berufsverband für Kinesiologie sind nie zu einer Stellungnahme vor Erscheinen einer solchen Publikation gebeten worden. Schon der Titel des Buches signalisiert pure Einseitigkeit und Voreingenommenheit gegenüber der gesamten „nicht-schulwissenschaftlichen“ Szene. Damit ist leicht ein Marktsegment auf Kosten der Objektivität zu erobern. Wem nutzt das? Die angeführten Negativbeispiele kommen aus einer reduzierten Sicht und eingeschränktem Blickwinkel auf die kinesiologische Arbeit. „Wissen heißt Erfahrung …“, meint schon Albert Einstein. Ohne persönliche Erfahrungen lassen sich nur schwer objektive allgemein gültige Aussagen treffen. Viele unserer Mitglieder haben Kompetenzen in Quellberufen erworben, sogar akademische Abschlüsse.

Ihnen in solchen Publikationen die Urteilsfähigkeit abzusprechen ist schon sehr anmaßend. Kinesiologische Arbeit lebt wie viele andere Arbeitsmethoden von der Interaktion mit dem Klienten und ist deshalb nicht immer objektivierbar. Aus diesem Grund sind beispielsweise kinesiologische Muskeltests zwar oft, aber nicht immer reproduzierbar. Wir erheben daher auch keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit in dem enggefassten Sinn eines naturwissenschaftlichen Experimentes. In jedem Berufszweig gibt es „schwarze Schafe“, so auch bei den KinesiologInnen …

Qualtiätssicherung

Gerade das war ein wichtiges Motiv für die Gründung eines Berufsverbandes für Kinesiologie in Österreich. Über diesen arbeiten wir seit 1994 an der Qualitätssicherung von innen her. Unsere Mitglieder unterwerfen sich definierten, transparent gemachten Qualitätsrichtlinien. Wir stehen für fundiert ausgebildete KinesiologInnen und damit für die Arbeit mit Menschen durch festgelegte Qualitätsstandards und zukunftweisende Ausbildungscurricula. Darüber hinaus besteht mittlerweile auch die Möglichkeit, einen akademischen Abschluss in Kinesiologie an der Steinbeis Unversität Berlin zu erlangen.

Die Gedanken, die sich aufdrängen:

Ohne die Erlaubnis Neues andenken zu dürfen, ohne Innovation, ohne über die momentanen Grenzen des gegenwärtigen Standards hinaus zu philosophieren, ohne all das gibt es keine Entwicklung. Es hat sich entgegen der Lehrmeinung der jeweiligen Zeit immer wieder herausgestellt, dass die Erde keine Scheibe ist, dass es in jedem Haus Computer gibt, dass wir fliegen können, obwohl wir ohne Flügel auf die Welt kommen …

Das, was in der Vergangenheit als unmöglich galt, wird in der Zukunft zum Standard des menschlichen Denkens gehören. Auch wenn noch so viele, aus welcher Motivation heraus auch immer, uns weis machen wollen, dass wir falsch liegen mit unseren Ansichten, dass sie viel Energie darin investieren, zu beweisen, dass es diese Art von Energie, mit der wir arbeiten, nicht gibt, sind wir doch täglich erfolgreich mit diesen Techniken an der Balance und Stärkung der Lebensenergie des Menschen am Tun. Eine Vielzahl von Klienten ist bereit, sich von uns auf ihrem Weg begleiten zu lassen.

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